Stefan Zöllner

System V.2

System, ArtArtist, 2026

Raum-Installation, Größe variabel, zersägtes Ehebett, Schubladen, Seile, verschiedene Objekte

 

Ein massives, vorsinflutliches Ehebett wird zersägt. Die Elemente werden mit anderen Holzfunden und transparenten Plastikteilen so kombiniert, dass sich Module ergeben, die auf vielfältige Weisen ineinandergeschoben werden können. Das erste System manifestierterte sich als ein doppelter Schlitten (Drag Sledge), jeweils aus drei Modulen.

Die Inspiration zu einer solchen Bauweise brachte der Besuch der Stadt Pamplona an einem glühend heissen Sommertag. Die Fenster der Häuser dort sind hoch und schmal, bestehend aus mehreren Ebenen, viele haben neben den gerippten Fensterläden und zwei gestaffelten Fenstern noch einen vorgebauten Erker oder „französischen“ Balkon: eine räumliche Tiefenstaffelung der Fassade zur Regulierung von Wärme und Licht, eine Membran zwischen öffentlichem Raum und privatem Leben.

Die aktuelle Emanation des Systems erstreckt sich nicht als Bodenstück in die Länge, sondern vielmehr in die Höhe. Ein Bodenkreuz mit einer im Zentrum nach oben strebenden Säule: Assoziationen zu sakralen Bauten, Standuhren, Särgen aber auch Flugkontrolltürmen werden geweckt. Über dem Ganzen schwebt ein Flugkörper aus Sperrmüll, aus den Modulen ragen Rohre hervor … handelt es sich etwa um ein Waffensystem? Auf jeden Fall aber: Beste Deutsche Wertarbeit!