Stefan Zöllner

Transnature

Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken, 2016

Raum-Video-Installation, Größe variabel, verschiedene Objekte in 7 Glasvitrinen, 3 Videoprojektionen im Loop
Labortische mit verschiedenen Objekten, Größe und Anzahl variabel, Schwarzlicht, grüne Laser, gefärbtes Wasser, Pumpen, Schläuche, Zeitschaltanlage

Katalogtext: Die an ein Labor der Biotechnologie erinnernde Installation thematisiert ein Semantisches Feld (>Hypertext), das den Künstler seit seinen ersten, aus Fundstücken vom Rheinufer zusammengesetzten Objekten beschäftigt.
Panta Rhei: Alles fließt | Evolution: unzählbare Lebewesen (von Paläontologen rekonstruiert und kladogrammiert), deren Körper über einen unendlichen Zeitraum zu >Erdöl gepresst wurden (>Rohstoffe) | Erdöl: in wenigen Jahrzehnten unter anderem zu aus >Plastik hergestellten >Produkten transformiert | Plastik: landet, als wertlos entsorgt, in „der >Natur“ | Natur: lebendiges Grün und wilde Tiere, saubere Luft und klares Wasser; Menschen lieben sie, vor allem >unberührt im Urlaub oder als Tierfilm nach der Tagesschau | Rohstoffe: werden benötigt, um >Produkte herzustellen; kommen aus der >Natur, vor allem aus der unberührten | Artensterben: das sechste, große findet aktuell menschengemacht statt | Bionik: die Funktionsformen der >Natur verstehen (>Mimesis), um verbesserte >Produkte herstellen zu können | Reverse Engineering: wird bereits in der > Synthetischen Biologie angewendet | Digitalisierung: betrifft auch schon den Ackerbau | Simulakrum: Nachbildung eines Seienden (>Mimese) | Artificial Life: optimierte Organismen durch >digital kontrollierte >Synthetische Biologie | Kunst: Autopoietisches System der >Mimesis … to be continued

oben: Video #1 (Länge und Anzahl der Videos variabel je nach Ausstellungssituation), Music: Témoins de l’Universe by fatagaga

Transnature wird als eine Lokale Gruppe präsentiert: ein offener Verbund von Objets Trouvés, Ready Mades und Assemblagen, auf Aluminiumtischen und in Schaukästen arrangiert, rekursiv aufeinander und auf assoziierte Naturdarstellungen (Simulakren) bezogen.

Dem gegenübergestellt zeigen Videos, wie diese Objekte sich in einer fließenden Bewegung ineinander verformen. Entlehnte Naturabbildungen und eigene 3D-Modelle von nicht- oder noch-nicht-existierenden Objekten tauchen in den Animationen auf. Natur und Konstrukt gehen wie selbstverständlich ineinander über. Das individuelle Artefakt wird darin zum Kristallisations-punkt in einem Möglichkeitsraum. Oder zur Schlacke eines dynamischen Vorgangs. Im Dazwischen, in der Transition, besteht das Eigentliche. Evolution des Lebens, (R)evolution der Technik. Alles ist möglich, außer: Stillstand …

Transnature IV @ INTROVISION, Haus am Werderplatz, Heidelberg, 2016

Raum-Video-Installation, Größe variabel, verschiedene Objekte in 7 Glasvitrinen, 2 Videoprojektionen im Loop
1 Labortisch mit verschiedenen Objekten, Größe und Anzahl variabel, Schwarzlicht, grüne Laser, gefärbtes Wasser, Pumpen, Schläuche, Zeitschaltanlage

oben: Das Labor von Transnature IV, in Heidelberg

oben: Videodokumentation Transnature IV